Pfotenherz

Inmitten des Lärms dieser Welt,
fernab von Ängsten, Kummer und Leid,
wartet völlige Wortlosigkeit,
die dich wie eine Decke umhüllt,
keiner Antwort bedarf,
dich einfach nur wärmt.

Eine Zuneigung, die nichts fordert,
und ein Blick, der alles sieht –
ohne zu verurteilen.

Liebe,
die nicht an Bedingungen geknüpft ist,
keine Fehler zählt, nichts aufrechnet,
weder nach gestern oder morgen fragt.

„Hunde sind die besseren Menschen“,
heißt es oft.

Nein, sind sie nicht. Aber sie wären es –
und sie können uns dazu machen.

Sie leben und lieben im Augenblick,
mit einer Reinheit,
die der Mensch zu verlieren beginnt,
sobald sein Verstand
der Welt zu nah kommt.

In ihren Augen spiegelt sich nicht das,
was die Welt aus dir gemacht hat –
sondern das, was du bist
und schon immer warst.
Ob du es wusstest oder nicht.

Das Herz eines Hundes
schlägt in einem Takt,
der das Chaos besänftigt –
gleichmäßig, geduldig, ohne Hast.

Er legt sich an deine Seite,
wenn die Welt dich müde macht,
und bleibt, wenn alle anderen gehen.

Obwohl er keine Worte auf der Zunge trägt,
spricht seine Nähe lauter als jeder Ruf
und er nimmt sich deiner Narben an,
als ließe die Zeit sich doch noch heilen.

Er verlangt kein Lächeln,
wenn dir nicht danach ist,
keine Stärke,
wenn du dich schwach fühlst,
keine gute Mine zum bösen Spiel –
er würde dich sowieso durchschauen

Und irgendwann,
inmitten all deiner Stürme,
kehrt Ruhe in dein Innerstes
und etwas in dir beginnt zu heilen –
leise, sanft und unaufdringlich,
ohne Labore, Reagenzgläser
oder Technik.

Seine Gegenwart
ist Medizin genug.
Aufrichtigkeit. Vertrauen.
Das stille Versprechen,
dass du, so wie du bist,
nicht nur genug,
sondern so richtig bist,
wie es nur irgend geht.

Er weiß genau,
wo deine Seele wohnt.

Und wenn du verloren gehst,
wird er dich finden,
Licht in dein Dunkel bringen
und dein Herz auf Pfoten
nach Hause tragen.

Rebecca | Schreibtrunken


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