CN: Sternenkinder

Haiku

Wo Schatten fallen,
blüht leise ein Sternenlicht
zwischen den Tränen.


Habe die Tage ja schon mal von meiner Reizwortgedicht-Aktion auf Twitter berichtet. Die unterschiedlichsten Themen bekam ich bisher schon genannt – witzig, nachdenklich, etc. – aber auch sowas hier. Eine Frau schieb mich an und schlug, aufgrund einer eigenen Erfahrung, Sternenkinder vor – was mich sehr berührt hat.

Mit solchen Themen geht keiner hausieren. Der Schmerz, der durch solche Erfahrungen verursacht wird, ist für Außenstehende oft nicht zu greifen – weil unsichtbar. Und doch wird er auf ewig ein Teil der Lebensgeschichte Betroffener sein.

Trost kann es hierfür kaum geben. Bestenfalls Verständnis, wenn man mal nicht so „funktioniert“, wie gewünscht.

Ich wünsche jeder Frau, die eine solche Erfahrung machen musste, dass sie eines Tages Frieden findet – und ihr nie geborenes Kind nicht nur zu einem Stern, sondern zu einem Licht wird, das in ihrem Innern leuchtet.

Ebenso den Vätern. Sie werden gern mal vergessen. Aber nur, weil sie ihr Kind nicht unter dem Herzen getragen haben, heißt das nicht, dass sie nicht einen ebenso großen Verlust erlitten haben.

Das Leben ist so fragil … Eine schillernde Seifenblase.
Möge die eure immer weichen Grund finden. 🙏


DAS FLÜSTERN DER STERNE

Du solltest jetzt eigentlich bei mir sein,
in meinen Armen solltest du liegen.
Doch bist du nicht hier und ich bin allein –
am liebsten würde ich neben dir fliegen.

Ich schrieb deinen Namen in Luft und Licht,
in meinem Innern schuf ich dein Heim,
doch deine Hände erreichten mich nicht,
das Leben und du – es sollte nicht sein.

Ein Flüstern nur, ein leiser Hauch,
ein Traum, der kaum die Nacht durchstreift.
Wie Nebelschwaden oder auch
ein Wunsch, der in der Stille reift.

Ich hätte dir so gern die Welt gezeigt,
hätte dir sämtliche Märchen erzählt,
wollte dich trösten, wenn du mal weinst,
stets darauf achten, dass dir nichts fehlt.

So fern bist du, und doch so nah,
in jedem Herzschlag bist du hier.
Du bist nicht weg, nur unsichtbar,
auf ewig bist du ein Teil von mir.

Du bist das Licht in meinem Dunkel,
du bist die Stimme im flüsternden Wind,
du bist im Morgentau das Funkeln –
du bist mein Himmel, mein Sternenkind.

Du solltest jetzt eigentlich bei mir sein,
in meinen Armen solltest du liegen.
Doch bist du nicht hier und ich bin allein –
schlaf … ich werd dich im Herzen wiegen.

Rebecca | Schreibtrunken


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