Dieses Gedicht ist aus dem Schreibimpuls des Freitagstriggers auf Instagram entstanden. Das Wort, um das es in dieser Woche geht, lautet „TREIBEN“ und es hat mich zu folgenden Zeilen inspiriert.
(Hier kannst du dir das Gedicht auch auf Insta anhören, wenn du magst. )
MIT DER FLUT
Vieles zog schon an mir vorüber.
Müdigkeit war oft stärker als Mut.
Andere sah ich irgendwo ankommen –
ich trieb weiter, trieb mit der Flut.
Ich kam vorbei an lauten Straßen,
an Häusern voller kaltem Licht.
Man sprach von Plänen und von Zukunft,
doch meine Zukunft sah ich nicht.
Dann lag ich da, mit offnen Augen
und hörte fremden Leuten zu.
Gespräche, Schritte, Türenknallen –
die ganze Welt ging schlafen, nur …
nur ich blieb wach, mit alten Ängsten,
die man bei Tage selten sah.
Sie saßen irgendwo im Dunkeln
und waren mir doch immer nah.
Vielleicht, so dacht ich, gibt es Menschen,
die treiben einfach viel zu weit.
Wie Boote ohne Licht im Hafen,
verloren an die Dunkelheit.
Die immer still sind, immer einsam,
egal, wie nah ein andrer kommt.
Oder ahnen sie womöglich
die Weite hinterm Horizont?
Wie ein Ziehen. Etwas Warmes.
Als würd im Innern, kaum bemerkt,
ein müdes Herz noch immer träumen,
als sei es völlig unversehrt.
Warum der Flut nicht doch vertrauen?
Vielleicht ist gar nichts falsch daran.
Vielleicht treibt sie ganz still und heimlich
Verlorene zurück an Land.
Rebecca | Schreibtrunken





Raum für deine Gedanken