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Über Erfolg und Misserfolg



Ich denke, das sollte nahezu jeder mit „Ja“ beantworten können. Oder wie Oma gesagt hätte: „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“

Mir fallen allerhand Dinge ein, die anders hätten laufen sollen. Dinge, an deren Umsetzung ich gescheitert bin – und doch habe ich später meist feststellen dürfen, dass es ein Geschenk war, nicht bekommen oder erreicht zu haben, was ich mir erhofft hatte.

Forrest Gump würde vielleicht sagen:

Manchmal ist das Leben ein stürmischer Ozean.
Man rudert gegen die Wellen, kämpft, gibt alles – und doch wird man zurückgetrieben.


Gescheitert“, sagt der Verstand. „Gelenkt“, flüstert das Herz.

Ich erinnere etliche Momente, in denen ich überzeugt war, verloren zu haben.
Träume glitten mir durch die Finger, Ziele lösten sich in Luft auf.

Doch mit Abstand betrachtet, mit der Sanftmut der Zeit, war letztlich nichts davon ein wirklicher Verlust.

Denn immer blieb etwas zurück: Eine Einsicht. Eine Lektion. Ein Funke Mut. Vor vielen Jahren sogar einmal das Leben selbst.


  • Wenn die Wege, die verschlossen bleiben, uns vor falschen Pfaden bewahren?
  • Wenn jeder Umweg eine Landschaft offenbart, die wir sonst nie gesehen hätten?
  • Wenn jedes Nein, das uns schmerzt, nur Platz macht, für ein größeres Ja?

Der Mensch neigt dazu, sich Dinge seiner Vorstellung oder seinen Werten entsprechend zurechtzubiegen.

Doch wir können nicht weiter blicken, als unser Verstand reicht.
Wir können nicht wissen, was gewesen wäre, wenn …

Vielleicht wären wir in diesem Job auch an die fürchterlichsten Kollegen geraten, die man sich nur denken kann, der ersehnte Partner hätte sich nach einer Weile womöglich völlig anders präsentiert und uns ins Unglück gestürzt, das neue Heim wäre vielleicht nur so lange eine Freude gewesen, bis wir die erste Nebenkostenabrechnung in Händen gehalten hätten. Leben findet nicht im Konjunktiv statt, niemand kann sagen, was gewesen wäre, wenn …

Vielleicht sind Rückschläge nur Wellen, die uns nicht ertränken, sondern tragen.

Vielleicht ist nichts jemals wirklich schiefgegangen –
sondern hat sich nur gefügt, genau so, wie es für uns am besten war.

Doch in einer Welt, in der alles gezählt, gemessen, bewertet und verglichen werden will, fällt es schwer, das Unsichtbare zu schätzen. Das, was gut für uns ist, weil es nicht ist.

Falls du mit einem „Scheitern“ deinerseits haderst:

Für mich war diese Sichtweise schon häufig sehr hilfreich und versöhnlich.
Gleiches wünsche ich dir.

Lieben Gruß!


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