KÖNIG DER NARREN

Wieder mal ein Reizwortgedicht – Thema: „Größenwahn“. Könnte man sicher allerhand drüber schreiben – mir fiel aktuell jedoch keine andere Thematik ein, als diese … Ja, ich weiß, meine Verse sind ihrer Zeit etwas voraus, aber ich bin doch recht zuversichtlich, dass das nicht für immer so bleiben wird. 🙏


König der Narren

Er baute sich Treppen aus Worten und Staub,
stieg höher als alle, die vor ihm waren.
Den Sternen hat er ihr Funkeln geraubt,
den Himmel benannte er nach seinem Namen.

Er maß sich an Flüssen, an Meeren, an Licht,
wollte die Grenzen der Länder verschieben,
über jegliches Leben hielt er Gericht,
bekämpfte die Welt und versprach doch den Frieden.

Er prahlte mit Macht, doch sein Herz war aus Stein,
sein Spiegelbild wich vor sich selbst zurück.
Zu Schatten wurde der einst helle Schein,
sein Reich ward zu Trümmern, zu Angst, nicht zu Glück.

Er nannte sich weiter den “Retter”, ”Erlöser”,
wer das nicht verstand, den löschte er aus.
Er war wie ein Albtraum, ein dunkler, ein böser –
schwarze Seele in schneeweißem Haus.

Doch die Krone ward rostig, im Schlamm seiner Lügen,
er konnte das Licht nicht auf ewig bezwingen.
So musste dem Narren der Kniefall genügen,
der Geister, die mit ihm untergingen.

Rebecca | Schreibtrunken


Gereimtes
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