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Wenn der Wind mich nicht trägt


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Ich stehe am Rand eines gähnenden Abgrunds,
der Himmel so weit, doch die Füße wie Blei.
“Lass dich doch fallen”, ruft der Wind,
er würde mich tragen, dann wäre ich frei.

Doch ich hab schon so viele Federn gelassen,
hab Angst, dass der Wind mich nicht halten kann.
Mein Federkleid einfach nicht dafür gemacht ist,
durch Lüfte zu gleiten, weshalb ich sodann

die Flügel fest an den Körper presse,
hoffe, es weht mich nicht einfach hinfort.
Will einfach hier stehen, bis ich vergesse,
wie ich hier herkam, an diesen Ort.

Es heißt oft: „Vertrau“, doch wem oder was?
Dem Leben, dem Wind, den müden Gedanken?
Ich hab es versucht und fiel schon so oft,
dass all meine Träume im Meer versanken.

Ich stehe noch immer am Rande des Abgrunds.
Der Himmel bleibt weit und die Füße so schwer.
Doch in meinem Innern regt sich ein Flattern –
irgendetwas in mir möchte mehr.

Was, wenn es gar nicht das Federkleid ist,
von dem abhängig ist, ob man fliegt oder fällt?
Muss mich der Wind vielleicht gar nicht tragen –
weil mich stattdessen der Himmel hält?



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