Als ich ein Kind war, roch Liebe nach Zimt.
Nicht nach Rosen. Auch nicht nach Flieder.
Nach Zimt, der sich auf Milchreis legt,
den Oma mir kochte – immer wieder.
Sie rührte den Reis mit Geduld und mit Zeit,
während sie fröhliche Lieder pfiff.
Ich saß auf der Eckbank, sah ihr zu,
wie sie so rührte – einzig für mich.
Ein bisschen Vertrauen, ein Hauch von Zuhause,
ein Teller voll Trost, ein Löffel voll Glück.
Die Sorgen im Innern machten mal Pause –
ich träume mich häufig zu Oma zurück.
Heute kocht niemand mehr etwas für mich.
Doch Milchreis gibt’s immer noch, hin und wieder.
Und rieche ich Zimt – ganz gleich, wo ich bin,
ist Oma ganz nah und pfeift ihre Lieder.
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