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In einem Land nach unserer Zeit


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Wenn wir einmal nicht mehr sind –
in einem Land nach unserer Zeit,
wenn die Erde wieder sich selbst gehört,
von der Seuche Mensch befreit;

wenn all unser Sein Geschichte ist,
wie ein Stein, versunken im Meer,
dann wird die Welt genesen und feiern,
uns zu vergessen, fällt ihr nicht schwer.

All unsre Städte und Baudenkmäler
werden von Pflanzen überwuchert,
Wälder werden wieder grüner,
Flüsse sprengen ihre begradigten Ufer.

Das Wasser wird klar und sauber sein,
die Meere reicher bewohnt,
niemand, der sie verschmutzt und befischt,
der einzige, der sie beherrscht, ist der Mond.

Tierarten werden sich regenerieren,
weil der Mensch sie nicht länger bejagt,
sie kehren zurück, in ihren Lebensraum,
ihr angestammtes, natürliches Habitat.

Die neue Spitze der Nahrungskette?
Löwe, Tiger, Wolf und Hai.
Es wird getötet um zu fressen,
nicht aus Profitgier oder Tierquälerei.

Die Luftqualität ist ebenfalls besser,
fossile Brennstoffe wird’s nicht mehr geben.
Auch keine industriellen Emissionen –
die Erde braucht sie nicht, zum Überleben.

Der ganze Planet wird sich erholen,
sein natürlicher Kreislauf nicht mehr gestört.
Ökologisch betrachtet, muss man wohl sagen:
Der Mensch hätte nie auf die Erde gehört.

Zwar haben wir nicht in allem versagt,
essenziell sind wir für die Welt jedoch nicht.
Und sind wir erst mal eine Weile vergangen,
fällt unser Dasein bald kaum ins Gewicht.

Wenn die Erde wieder sich selbst gehört,
von der Seuche Mensch befreit,
dann erst wird sie langsam heilen –
in einem Land nach unserer Zeit.



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