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Zwischen den Zeilen


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Wir reden nicht mehr miteinander.
Ich weiß nicht, wie es dir geht.
Auch denke ich nicht mehr so häufig an dich –
und wenn, dann still und diskret.

Niemand schreibt Karten zum Weihnachtsfest,
zum Geburtstag ebenfalls nicht.
Ich weiß noch nicht einmal, wo du jetzt wohnst,
erinnere kaum dein Gesicht.

Trägst du denn in dir noch ein Bild von mir?
Oder hast du mich schon mal vermisst?
Was wohl aus dir geworden ist?
Ich hätte manch eine Frage an dich:

Hast du, wie früher, noch Angst vor Gewitter
und verkriechst dich dann zitternd im Bett?
Fährst du noch immer dein gelbes Auto,
gibts sonntags noch immer Baguette?

Blühen am Fenster noch Orchideen?
Magst du noch Russisch Brot?
Trägst du noch immer Dauerwelle,
deine Nägel in leuchtendem Rot?

Was tust du, wenn du schlaflos bist?
Liest du dann ebenfalls Bücher?
Putzt du noch jeden Samstag das Bad,
bügelst nach wie vor Taschentücher?

Bedauerst du ab und an, wie alles lief
oder hast du ein reines Gewissen?
Bist du mit deinem Leben zufrieden
oder bist du im Innern zerrissen?

Im meinem Innern schläft das Gestern,
versucht noch immer zu heilen.
Deshalb halt ich mich fern, schreibe nur ein Gedicht
und vergrabe dich zwischen den Zeilen.

*



Dein Echo auf diese Zeilen


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