Ich wuchs in deinem Schatten auf,
in deiner stillen Kälte.
Ich lernte früh, was Trauer ist
und dass ich nicht viel gelte.
Du sprachst in Sätzen ohne Klang,
aus Pflicht und nicht aus Liebe.
Ich saß oft stumm vor deinem Blick,
der härter war als Hiebe.
Und wenn ich nachts vor lauter Angst
am Rande deines Schweigens stand,
war deine Nähe wintergleich –
so kalt, so hart, so abgewandt.
Ich hab mich leise fortgedacht,
in eine andre Zeit.
Doch bist du immer, wo ich bin –
dein Schatten ist nie weit.
*



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