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Flügel


Früher glaubte ich, zum Fliegen
bräuchte man vor allem Mut.
Dann noch etwas Rückenwind,
so flöge es sich sicher gut.

Ich sah den Schwalben nach am Himmel,
so frei und leicht im Abendlicht.
Und manchmal dachte ich beim Zuschauen:
Das kann ein Mensch halt leider nicht.

Ich selbst besaß nur einen Bleistift,
ein leeres Blatt und etwas Zeit.
Nicht gerade die Art Flügel,
die einen tragen – himmelweit.

Doch immer, wenn die Welt zu eng war
und mir die Sicht nach oben fehlte,
schrieb ich ein paar Zeilen nieder
bis etwas in mir wieder schwebte.

Die Sorgen blieben oft dieselben.
Der Regen fiel. Die Uhr lief weiter.
Doch manches wurde durch die Worte
ein kleines bisschen stiller, leichter.

Viel später wurde mir erst klar,
warum mich manches Schreiben trug.
Nicht jeder braucht zum Fliegen Flügel –
manchmal ist ein Gedicht schon genug.



Dein Echo auf diese Zeilen


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