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BRUNO


Heute Morgen bin ich auf Instagram zufällig über die Tatsache gestolpert, dass heute Bärengedenktag ist. Mich haben die Hintergründe interessiert und ich hab mal eben Google danch gefragt.

Ich wusste bister nicht, dass „Problembär Bruno“ der heute vor 20 Jahren erschossen wurde, der Grund für diesen Gedenktag ist – als ich es dann aber wusste und ich mich daran erinnert habe, wie das damals in den Medien und der Gesellschaft diskutiert wurde und wie schlimm ich das alles fand, wollten plötzlich ein paar Verse darüber geschrieben werden – sie lauten wie folgt …


Ich roch den Wind aus fernen Tälern.
Nach Zukunft schmeckte er und Glück. 
Nach Fichten, Beeren, kalten Bächen – 
so ging ich jeden Tag ein Stück. 

Die Berge schienen mir so friedlich,
der Himmel strahlte in weiß-blau.
Ich kannte keine Ländergrenzen,
nur Stein und Gras und Morgentau.

Ich lief dahin, wo Wälder riefen,
wo jeder Hang von Freiheit sprach.
Wo die Sonne jeden Morgen
so herrlich durch den Nebel brach. 

Mal fand ich Honig, mal auch Schafe.
Wurzeln, Pilze, Blätter, Früchte,.
Ich wusste nichts von euren Regeln,
kannte euch nur durch Gerüchte.

Mama sprach oft von euch Menschen.
Sie fürchtete euch längst nicht mehr.
Womöglich ging ich deshalb weiter,
als andere Bären gegangen wären.

Ich ging wohl irgendwann zu weit,
so wurd ich plötzlich zum Problem.
Ich dachte doch an gar nichts Böses –
wollte mir nur die Welt ansehen. 

Dann wurden Wege plötzlich Fallen.
Es roch nach Angst bei jedem Schritt.
Ich lief und lief so schnell ich konnte
doch eure Stimmen liefen mit.

Bis zu jener einen Lichtung, 
da holte man mich schließlich ein. 
Ich wusste es noch nicht, doch hier
sollte mein Weg zu Ende sein. 

Ein lauter Knall durchschnitt die Stille.
Die Vögel flogen hoch empor.
Ein kurzer Schmerz, dann fiel ich hin –
dorthin, wo ich mein Leben verlor.

Heute steh ich hinter Glas.
Kinder schauen zu mir hin.
Auf kleinen Tafeln lesen sie,
wer ich einmal gewesen bin.

Ich war ein junger Bär auf Reisen.
Voller Neugier auf die Welt. 
Einer Welt, von der ich dachte,
dass jeder darin seinen Platz erhält.

Gab es den nicht früher auch?
Für euch? 
Für mich? 
Für Mensch und Tier? 

Ich kam in Frieden über die Berge.
Der Friede kam nur nicht zu mir.

*



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