In den vergangenen Jahren waren viele meiner Texte nicht nur zu lesen, sondern auch zu hören. Gesprochen, begleitet von Musik, veröffentlicht auf verschiedenen Wegen.
Seit heute nicht mehr.
Ein Grund dafür ist einmal ein sehr nüchterner. Die rechtlichen Fragen rund um die Verwendung von Hintergrundmusik sind für mich inzwischen so unüberschaubar und wenig verlässlich geworden, dass ich das Risiko einer mitunter recht teuren Abmahnung nicht eingehen möchte. Deshalb habe ich alle Verlinkungen zu meinen vertonten und gesprochenen Texten entfernt.
Aber das ist nur ein Grund …
Schon seit einer ganzen Weile bemerke ich, dass das geschriebene Wort, wenn es denn wahrgenommen werden soll, immer häufiger möglichst auffallend, polarisierend oder auf sonstige Weise spektakulär inszeniert und präsentiert wird. Wer das nicht tut, dümpelt nebenher und wird eher selten gesehen.
Das fällt mir bei mir und anderen gleichermaßen auf – und das finde ich enorm schade. Und es ist ein Zug, auf den ich nicht aufspringen oder besser gesagt, mit dem ich nicht länger fahren möchte. Etwas „überheblich“ formuliert könnte ich auch sagen: Da ist mir mein Wort ein bisschen zu schade für.
Die rasante Entwicklung von KI ist wohl auch ein Grund. Gerade im Bereich der Literaten, Musiker oder auf andere Weise Kreativen lese ich immer häufiger von einer gewissen „Schaffens-Müdigkeit“ – oder anders: vom Verlust der Freude am Teilen dessen, was man da so fabriziert hat. Kann ja heute jeder – und dem „Verbraucher“ scheint es relativ egal zu sein, woher kommt, was er konsumiert.
Wenn das 5-Gänge-Menü aus der Mikrowelle gut genug ist, warum sollte sich dann noch jemand stundenlang in die Küche stellen?
Ich denke, Social Media hat seine besten Zeiten hinter sich. Zumindest die gängigen und überwiegend genutzten Formate. In Konsequenz dessen habe ich heute meinen Instagram-Account deaktiviert und YouTube gleich mit. Was bleibt, ist diese Website – mit Texten zum Lesen. Mehr nicht.
Keine Stimme, die den Worten eine bestimmte Betonung vorgibt, keine Musik, die zur passenden Stimmung verhelfen soll und auch nichts anderes, das sich um Verse legt und mehr aus ihnen zu machen versucht, als sie es sind.
Als gewinnbringende Werbemaßnahme für mein Buch habe ich diese Seite nie gesehen, deshalb ist es wohl auch nicht weiter schlimm, wenn es hier nicht mehr nur im übertragenden Sinn stiller wird. Fühlt sich jedenfalls richtig an – und damit ist es das für den Moment auch.
Ich hatte ja die Tage erst geschrieben, dass ich aktuell ohnehin nicht so viel Eigenes verfasse, da passt das grade ganz gut. Ganz verschwinden will ich (aktuell) ja gar nicht, dafür ist noch zu viel in mir „da“ – vielleicht ist dieser Schritt einfach nur der Versuch, ein Stück aus dem Licht zu treten, ohne es völlig zu löschen.
Ich halte meine Türen nicht sperrangelweit offen, aber ich schließe sie auch nicht ab.
Wer sich hierher verirrt, ist mehr als willkommen – in aller Stille.
Das muss genügen.
Lieben Gruß
Rebecca


Dein Echo auf diese Zeilen