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Mit der Flut


Vieles zog schon an mir vorüber.
Müdigkeit war oft stärker als Mut.
Andere sah ich irgendwo ankommen –
ich trieb weiter, trieb mit der Flut.

Ich kam vorbei an lauten Straßen,
an Häusern voller kaltem Licht.
Man sprach von Plänen und von Zukunft,
doch meine Zukunft sah ich nicht.

Dann lag ich da, mit offnen Augen
und hörte fremden Leuten zu.
Gespräche, Schritte, Türenknallen –
die ganze Welt ging schlafen, nur …

nur ich blieb wach, mit alten Ängsten,
die man bei Tage selten sah.
Sie saßen irgendwo im Dunkeln
und waren mir doch immer nah.

Vielleicht, so dacht ich, gibt es Menschen,
die treiben einfach viel zu weit.
Wie Boote ohne Licht im Hafen,
verloren an die Dunkelheit.

Die immer still sind, immer einsam,
egal, wie nah ein andrer kommt.
Oder ahnen sie womöglich
die Weite hinterm Horizont?

Wie ein Ziehen. Etwas Warmes.
Als würd im Innern, kaum bemerkt,
ein müdes Herz noch immer träumen,
als sei es völlig unversehrt.

Warum der Flut nicht doch vertrauen?
Vielleicht ist gar nichts falsch daran.
Vielleicht treibt sie ganz still und heimlich
Verlorene zurück an Land.

*



Dein Echo auf diese Zeilen

3 Antworten zu „Mit der Flut“

  1. Avatar von L.i.o.n

    Es war eine Freude, es zu lesen ! Danke.

    Gefällt 2 Personen

    1. Avatar von Rebecca
      Rebecca

      🥹 Ganz lieben Dank für‘s Lesen und Kommentieren. Ich freu mich, dass es dir gefällt und wünsch dir, dass die Weite des Horizonts immer etwas Schönes für dich zum Vorschein bringt. 🙏🍀

      Hab noch einen schönen Abend und liebe Grüße von mir zu dir! 🙋🏻‍♀️

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  2. Avatar von Uli Reiner

    Das geht soo tief und berührt mich sehr intensiv.Danke dafür!

    Gefällt 1 Person


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